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Über Bruno Latour

Vom 15. bis zum 18. Juni 2015 hält Bruno Latour als Albertus-Magnus-Professor 2015 zwei öffentliche Vorlesungen und ein Seminar an der Universität zu Köln.

Die Albertus-Magnus-Professur wurde an der Universität zu Köln im Gedenken an den mittelalterlichen Universalgelehrten Albertus Magnus (1193 bis 1280) eingerichtet, der von 1248 bis 1254 in Köln am Generalstudium der Dominikaner lehrte. Auf diese Professur wird eine Persönlichkeit von internationaler Geltung berufen, die in öffentlichen Vorlesungen und Seminaren Fragen von allgemeiner Bedeutung behandelt, die derzeit in vielen Grundlagenwissenschaften, aber auch in der öffentlichen Debatte eine Rolle spielen.

Nach Arthur C. Danto (2005), Jean-Luc Nancy (2006), Giorgio Agamben (2007), Robert Audi (2008), Philip Pettit (2009), Enrique Dussel (2010), Noam Chomsky (2011), Martha Nussbaum (2012), John Searle (2013) und Michael Tomasello (2014) freuen wir uns, dass Bruno Latour der Einladung zur Albertus-Magnus-Professur gefolgt ist.

Als einer der Begründer der Akteur-Netzwerk-Theorie zählt Bruno Latour zu den heutzutage einflußreichsten Denkern im Bereich der Sozial- und Kulturwissenschaften, der Anthropologie sowie der Wissenschaftstheorie und -soziologie. Latour untersucht in seinem weitgespannten Werk, das auf zahlreichen Feldstudien basiert, die rhetorischen Strategien und technischen Artefakte, die bei der Konstruktion wissenschaftlicher Tatsachen am Werk sind. Technik und Natur sowie das Soziale sind in einem Netzwerk wechselseitiger Zuschreibungen von Eigenschaften und Handlungspotentialen miteinander verbunden. In seinen Büchern untersucht er die Auswirkungen seiner Wissenschaftsstudien auf verschiedene Felder des Sozialen, der Religion und der Anthropologie, sowie der Umweltpolitik. Unter den zahllosen Auszeichnungen finden sich neben fünf Ehrendoktoraten eine Anzahl namhafter Wissenschaftspreise, darunter 2013 den Holberg Memorial Prize. 2013 hielt er die Gifford Lectures und 2014 die Tanner Lectures.

Wichtige Publikationen:

  • Science in Action. How to Follow Scientists and Engineers through Society. Milton Keynes 1987.
  • Wir sind nie modern gewesen. Versuch einer symmetrischen Anthropologie. Frankfurt a.M. 1998.
  • Das Parlament der Dinge. Für eine politische Ökologie. Frankfurt a.M. 2001.
  • Die Hoffnung der Pandora. Untersuchungen zur Wirklichkeit der Wissenschaft. Frankfurt a. M. 2002.
  • Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Einführung in die Akteur-Netzwerk-Theorie. Frankfurt a.M. 2007.
  • Wir sind nie modern gewesen. Versuch einer symmetrischen Anthropologie. Frankfurt a.M. 2008.
  • Existenzweisen. Eine Anthropologie der Modernen. Berlin 2014.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Andreas Speer, Thomas-Institut der Universität zu Köln

Tel.: 0221/470-2309 (Fax: -5011) ¦ andreas.speer@uni-koeln.de

amp-info(at)uni-koeln.de ¦ www.amp.uni-koeln.de