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Vom 14.-26. Juni 2010 hielt der bekannte amerikanische Philosoph Enrique Dussel als Albertus-Magnus-Professor 2010 drei öffentliche Vorlesungen und zwei Seminare an der Universität zu Köln.

Die Albertus-Magnus-Professur wurde an der Universität zu Köln im Gedenken an den mittelalterlichen Universalgelehrten Albertus Magnus (1193 bis 1280) eingerichtet, der von 1248 bis 1254 in Köln am Generalstudium der Dominikaner lehrte. Auf diese Professur wird eine Persönlichkeit von internationaler Geltung berufen, die in öffentlichen Vorlesungen und Seminaren Fragen von allgemeiner Bedeutung behandelt, die derzeit in vielen Grundlagenwissenschaften, aber auch in der öffentlichen Debatte eine Rolle spielen.

Nach Arthur C. Danto (2005), Jean-Luc Nancy (2006), Giorgio Agamben (2007) und Robert Audi (2008), Philip Pettit (2009) hat nun Enrique Dussel die Einladung auf die im Jahre 2005 errichtete Albertus-Magnus-Professur angenommen.

Enrique Dussel, 1934 in La Paz (Argentinien) geboren, ist Professor für Philosophie an der Universidad Autónoma Metropolitana (UAM) und unterrichtet zudem an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM). Sein besonderes Interesse gilt Fragen der Ethik und Politischen Philosophie sowie dem lateinamerikanischen Denken. Er gilt als einer der Vordenker einer Philosophie der Befreiung, die er in Auseinandersetzung mit der Theologie der Befreiung und im Dialog vor allem mit Karl-Otto Apel, Jürgen Habermas, Emmanuel Lévinas, Richard Rorty und Gianni Vattimo entwickelt hat. In seinen neueren Arbeiten konzipiert er seine Philosophie der Befreiung zugleich als eine kritische Theorie der Transmoderne. Dussel gilt auch international als einer der führenden Denker Lateinamerikas, der aufgrund seines politischen Engagement 1975 Argentinien verlassen mußte und nach Mexiko ins Exil ging, wo er noch heute lebt.

Wichtige Veröffentlichungen in deutscher Übersetzung:

  • Herrschaft und Befreiung. Ansatz, Stationen und Themen einer lateinamerikanischen Theologie der
  • Befreiung, Fribourg 1985.
  • Ethik der Gemeinschaft, Düsseldorf 1988.
  • Philosophie der Befreiung, Hamburg 1989.
  • Von der Erfindung Amerikas zur Entdeckung des Anderen: ein Projekt der Transmoderne, Düsseldorf 1993.
  • Der ethische Sinn des Maya-Aufstands von 1994 in Ciapas, Münster 1997.
  • Prinzip Befreiung: kurzer Aufriss einer kritischen und materialen Ethik, Aachen 2000.

Neueste Veröffentlichungen:

  • Filosofía de la cultura y la liberación, 2006.
  • Política de la liberación. Historia mundial y crítica, 2007.
  • Materiales para una política de la liberación, 2007.
  • Política de la liberación. Arquitectónica, 2009.

 

Weitere Informationen:


Prof. Dr. Andreas Speer, Thomas-Institut der Universität zu Köln
Tel.: 0221/470-2309 (Fax: -5011) ¦ andreas.speer@uni-koeln.de
amp-info@uni-koeln.de ¦ www.amp.uni-koeln.de