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Giorgio Agamben zählt zu den gegenwärtig bekanntesten Philosophen Italiens und meist diskutierten Philosophen der Gegenwart. Dies gilt vor allem für seine Schriften zu politischen und staatsrechtlichen Fragen.

Einem weiten Publikum bekannt wurde Agamben vor allem durch sein Hauptwerk Homo sacer, in dem er ausgehend von so unterschiedlichen Ansprechpartnern wie Walter Benjamin und Carl Schmitt, Martin Heidegger, Hannah Arendt und Michel Foucault eine Philosophie von rechtsfreien Räumen und der Reduzierung von Menschen auf ihr „nacktes Leben“ entwirft. Daneben steht das weitgespannte Interesse an Literatur und Ästhetik. 1964 spielte er in Pier Paolo Pasolinis Film „Das erste Evangelium“ den Apostel Philippus.

Giorgio Agamben wurde 1942 in Rom geboren. Er studierte Jura, nebenbei auch Literatur und Philosophie. Der entscheidende Impuls für die Philosophie kam allerdings erst nach Abschluß des Jura-Studiums über zwei Seminare mit Martin Heidegger im Sommer 1966 und 1968. Neben Heidegger waren seitdem Michel Foucault, Hannah Arendt und Walter Benjamin wichtige Bezugspersonen in Agambens Denken.

Als Herausgeber der italienischen Ausgabe der Schriften Walter Benjamins fand Agamben eine Reihe von dessen verloren geglaubten Manuskripten wieder auf. Seit Ende der achtziger Jahre beschäftigt sich Agamben vor allem mit politischer Philosophie. Er lehrt zur Zeit Ästhetik und Philosophie an den Universitäten Venedig und Marcerata und hatte Gastprofessuren u.a. in Paris, Berkeley, Los Angeles und Irvine inne.