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Die Hochschulleitung hat wegen der Covid-19-Pandemie alle öffentlichen Veranstaltungen für das Sommersemester 2020 abgesagt. Auch die Albertus Magnus Professur findet 2020 nicht statt. Frau Professor Eva Illouz hat aber bereits ihre Zusage für das kommende Jahr gegeben.

Eva Illouz

Vom 30. Juni bis zum 2. Juli 2020 hält Eva Illouz Albertus-Magnus-Professorin 2020 zwei öffentliche Vorlesungen und ein Seminar an der Universität zu Köln.

Die Albertus-Magnus-Professur wurde an der Universität zu Köln im Gedenken an den mittelalterlichen Universalgelehrten Albertus Magnus (1193 bis 1280) eingerichtet, der von 1248 bis 1254 in Köln am Generalstudium der Dominikaner lehrte. Auf diese Professur wird eine Persönlichkeit von internationaler Geltung berufen, die in öffentlichen Vorlesungen und Seminaren Fragen von allgemeiner Bedeutung behandelt, die derzeit in vielen Grundlagenwissenschaften, aber auch in der öffentlichen Debatte eine Rolle spielen.

Nach Arthur C. Danto (2005), Jean-Luc Nancy (2006), Giorgio Agamben (2007), Robert Audi (2008), Philip Pettit (2009), Enrique Dussel (2010), Noam Chomsky (2011), Martha Nussbaum (2012), John Searle (2013), Michael Tomasello (2014), Bruno Latour (2015), Judith Butler (2016), Georges Didi-Huberman (2017), Douglas R. Hofstadter (2018) und Achille Mbembe (2019) freuen wir uns, dass Eva Illouz der Einladung zur Albertus-Magnus-Professur gefolgt ist.

Eva Illouz (*1961) ist Professorin für Soziologie am Department für Soziologie und Anthropologie an der Hebrew University of Jerusalem und Directrice d’études an der École des hautes études en sciences sociales (EHESS) in Paris, wo sie den Chaire: “Repenser l’histoire du capitalisme. Comment les émotions sont devenues des marchandises” innehat. Im Jahr 2012 wurde sie die erste weibliche Präsidentin der Bezalel Kunsthochschule, 2013 erhielt sie den Anneliese Maier-Forschungspreis. Sie war Gastprofessorin an der Princeton University und hatte 2019 die Niklas-Luhmann-Gastprofessur in Bielefeld inne. Eva Illouz ist Autorin von 12 Büchern, die in 18 Sprachen übersetzt wurden, und schreibt regelmäßig für Zeitungen wie Die Zeit, Le Monde und Ha‘aretz.

Eva Illouz erforscht die gesellschaftlichen Einflüsse auf die Bildung von Emotionen und somit den Zusammenhang von Kapitalismus der Konsumgesellschaft sowie Medienkultur im Hinblick auf die Produktion und Transformation emotionaler Muster, ferner die Rolle der Massenmedien und deren Einfluss auf die komplexen Emotionen, insbesondere auf die private Kultur der romantischen Beziehungen. Hierbei bildet die Liebe als zentrale Emotion einen Leitfaden durch ihr umfangreiches Werk und den Ausgangspunkt für eine Soziologie negativer Beziehungen. Insbesondere beschäftigt
sich Eva Illouz mit der Frage, wie der Konsumkapitalismus und die Kultur der Moderne unser Gefühls- und Liebesleben transformiert haben. In ihren einem großen Publikum bekannten Büchern zeigt sie, warum es mit Blick auf unsere sexuellen und romantischen Beziehungen selbstverständlich geworden zu sein scheint, sich von ihnen zu verabschieden.

Wichtige Publikationen

  • The End of Love. A Sociology of Negative Relations, Oxford 2019.
  • Das Glücksdiktat und wie es unser Leben beherrscht. Berlin 2019.
  • Warum Liebe endet. Eine Soziologie negativer Beziehungen. Berlin 2018.
  • Wa(h)re Gefühle. Authentizität im Konsumkapitalismus. Berlin 2018.
  • Warum Liebe weh tut. Eine soziologische Erklärung. Berlin 2011.
  • Saving the Modern Soul: Therapy, Emotions, and the Culture of Self-Help. Berkeley 2008.
  • Cold Intimacies: The Making of Emotional Capitalism. Oxford/Malden (MA.) 2007.